Leni Breymaier im Interview: „Auf die Dauer nicht auf diesem Niveau“

Veröffentlicht am 18.10.2016 in Presse im Wahlkreis

Leni Breymaier: Ich glaube an die Sozialdemokratie

Die designierte Landesvorsitzende der SPD, Leni Breymaier, will für soziale gerechte Politik kämpfen. Beim Parteitag  am 22. Oktober in Stuttgart steht sie zur Wahl.

Frage: Sie waren sieben Jahre stellvertretende Landesvorsitzende der SPD. Jetzt kandidieren Sie für den Vorsitz. Warum?

Leni Breymaier. Weil es in der SPD um die wirklich wichtigen Themen geht. Ich sehe keine Möglichkeit, diese ohne die SPD zu lösen. Außerdem bin ich jetzt 56 Jahre alt. Wenn ich noch einmal etwas anderes machen will in meinem Leben dann jetzt.

Frage: Mit 12,7 Prozent der Stimmen hat die SPD bei den Landtagswahlen im März einen Tiefpunkt erreicht. Oder geht es noch tiefer?

Leni Breymaier: Eine Parteienlandschaft ohne die SPD ist nicht vorstellbar, auf die Dauer auch nicht auf diesem Niveau. Vieles von dem was Grün-Rot geschaffen hat, geht jetzt verloren. Wir brauchen in diesem Land eine starke SPD. Ich gehe zwar persönlich ein hohes Risiko ein, glaube jedoch an die Sozialdemokratie. Die SPD muss über eine lange Strecke soziale Politik machen. Dafür werde ich kämpfen.

Frage: Was werden Sie als neue Landesvorsitzende ändern?

Leni Breymaier: Das was sozial gerecht ist, muss in den Vordergrund gerückt werden. Zum Beispiel: Wir brauchen mehr bezahlbaren Wohnraum, wir müssen dafür sorgen, dass wir im Alter gut leben können. Das ist keine Frage der älteren sondern eine der jüngeren Generation. Wir müssen die Zukunft der Digitalisierung aktiv gestalten, sonst mündet sie in Massenarbeitslosigkeit. Wir müssen beteiligungsorientierte Politik machen, in der Partei vermitteln, ihre Kompetenzen und ihre Breite nutzen.

Frage: Wird die AfD zur großen Herausforderung Ihrer künftigen Amtszeit?

Leni Breymaier: Wir müssen es schaffen, unsere eigenen Themen zu platzieren. Wenn wir ein Jahr lang über ein Burka-Verbot diskutieren und nicht über unsere eigenen Themen reden, haben wir auch die Bundestagswahl verloren.

Frage: An was soll der Bürger als erstes denken, wenn er die drei Buchstaben SPD liest oder hört?

Leni Breymaier: An Gerechtigkeit, an breite Verantwortung und an  gute Ideen für die aktuellen Herausforderungen.

Frage: Sie sind die einzige Kandidatin für den Landesvorsitz. Stört Sie das?

Leni Breymaier. Ich finde es ok. Wenn es mehr Kandidaten wären, hätten wir einen Mitgliederentscheid, dem hätte ich mich gern gestellt. Mitgliederentscheidungen kann man auch zu Sachthemen herbeiführen.

 

(Bild und Text mit freundlicher Genehmigung von Hannes Kuhnert)

 

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