CHRISTLICHE BOTSCHAFT FORDERT ZUR SOLIDARITÄT AUF

Veröffentlicht am 17.12.2008 in Veranstaltungen

(V.l.n.r.) Tobias Frommann, Eberhard Haug, Pfarrer Müller

Jenseits der Dogmatik ergeben sich gemeinsame Schnittstellen – Gespräch im Ringhof

Weihnachtsfeier einmal anders, näher am eigentlichen Sinn des Festes dachte sich die Freudenstädter SPD und versammelte sich zum Gespräch mit Pfarrer Ulrich Müller im Ringhof. Dabei ging es um die „Glaubwürdigkeit – Die christliche Botschaft und die Solidarität in der Gesellschaft“.

Die SPD im Gespräch mit Pfr. Müller

Weihnachten hat man dann verstanden, so Ulrich Müller, wenn man erfährt, wie nahe Gott uns durch seine Menschwerdung kommt. Dieser Jesus erlebte alles, was Menschen erleben können. Feste und Kranke, Kinder und Abzocker, Auseinandersetzung mit den Mächtigen und die Erfahrung der Folter. Die Todesstrafe am Kreuz ist die symbolisierte Solidarität mit dem Leiden, was Menschen Menschen antun können, so Müller.

Pfarrer Müller im Gespräch

„Wir sind gar nicht so weit auseinander, stellte Tobias Frommann, Vorsitzender der Freudenstädter SPD fest. Bibelstellen und Lehrschreiben der Kirche würden alle den Anspruch der Arbeiter auf einen gerechten Lohn, der ein Leben auch jenseits der puren Notwendigkeit ermöglichen soll, bekräftigen. „Arbeit sei keine Ware sondern habe was mit Würde zu tun“, zitierte Frommann die profilierte Bischöfin Margot Käßmann. Wenn sich das Volksvermögen verdreifacht und die Armutsquote trotzdem steigt, sei ein solidarisches Gegensteuern dringend notwendig, so der Ortsvereinvorsitzende.

Lebendige Diskussionen auf der SPD-Adventsfeier

„Wenn man nur einen Bruchteil dessen, was man heute zur Rettung der „Weltfinanzen“ ausgibt, in die sogenannten Entwicklungsländern zur Beseitigung der Armut investiert hätte, wären viele Probleme bereits gelöst, so Volker Schmitz auf die unsolidarische Verteilung der Gelder anspielend. Prof. Hartmut Schneider legte einen anderen Schwerpunkt. Die christliche Botschaft und Solidarität werden durch Begegnung und nicht durch Kabel und Technik vermittelt und verwies damit wieder auf den einzelnen Menschen.

Manfred Kohl, Sadik Varol und Volker Schmitz (v.l.) im Gespräch

In einer Gesellschaft, die nach dem Motto „Anything goes“ lebt, stellt sich die Frage, was eigentlich unser Leben trägt, gab Pfarrer Müller zu bedenken. Wir müssen das Gemeinwohl in den Vordergrund rücken und Solidarität neu entdecken, so die Antwort aus der Diskussion. Aber nicht nur um des Nächsten willen sondern auch um unserer selbst Willen, denn eine Gesellschaft aus lauter individuellen Egoisten ist weder christlich noch politisch tragbar.

Ulrich Müller im Gespräch mit Siegfried Riester (v.l.)

Nach über fünf Stunden, begaben sich die 30 Diskutanten, darunter zeitweise ein sechswöchiger Neubürger, gelabt an Geist, Getränken und Brötchen auf den Weg nach Hause.

Hatten Freude: Prof. Hartmut Schneider und Rolf Egeler (v.l.)

Es war anders als sonst und eine gute Mischung aus Gespräch, Unterhaltung und Begegnung.

(Elmar Haug, Pressesprecher)

 

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