SPD- Landesvorsitzender Nils Schmid besuchte den Freudenstädter Mittelständler Bürkle

Veröffentlicht am 09.02.2011 in Pressemitteilungen

G. Gaiser, A. Lipp, N. Schmid, H. Bender, T. Frommann (v.l.n.r.)

Äußerlich war ihm der Wahlkampfstress nicht anzumerken: Entspannt besuchte der SPD- Landesvorsitzende Nils Schmid gestern die Firma Bürkle. Anders als man das von Politikern oft gewohnt ist, kam er sogar eine viertel Stunde früher als erwartet.

Schmid macht derzeit viele Termine, von daher sei es ein großes Glück gewesen, dass man ihn kurzfristig überhaupt nach Freudenstadt bekommen habe, erzählte SPD- Landtagskandidat Axel Lipp. Gemeinsam mit dem Kreisvorsitzenden Gerhard Gaiser, Ex- OB Erwin Reichert, Alpirsbachs Bürgermeister Reiner Ullrich und dem Vorsitzenden des Freudenstädter SPD- Ortsvereins Tobias Frommann begleitete er Schmid bei seinem Firmenbesuch gestern Nachmittag.

Bürkle- Geschäftsführer Hans- Joachim Bender und Werbeleiter Armin Neubert führten die Truppe durch das „Herzstück“ der Firma, das so genannte Innovationscenter. Die Firma ist derzeit in drei Business- Units aktiv: Einmal im Holzbereich (40 Prozent – wobei diese laut Bender eher zurück geht), darüber hinaus seit 2007 auch im Photovoltaik- Anlagenbau (ebenfalls 40 Prozent) und im Bereich der Maschinen für die Elektroindustrie (20 Prozent). Gerade die Photovoltaik- Entwicklungen habe man bereits seit Ende der 90- er Jahre beobachtet. 2007 sei die Zeit für den Einstieg dann reif gewesen. Dieser gesamte Bereich hat sich 2010 im Vergleich zu 2009 zwar etwas schwieriger gestaltet, ohne Photovoltaik wäre man nach Einschätzung von Armin Neubert um Entlassungen aber wahrscheinlich nicht herumgekommen. 80 bis 85 Prozent der gesamten Produktion der Firma fließen in den Export – in erster Linie in die europäischen Länder, beliefert werden, mit steigender Tendenz, aber auch die USA. Der Export in Richtung Asien sei eher gering, was aber auch damit zusammenhängt, dass Bürkle in Shanghai ein eigenes Werk mit 150 Mitarbeitern betreibt. Dort allein habe man im letzten Jahr 7 Millionen Euro Umsatz gemacht, die Zahl werde heuer nach jetzigem Stand sogar noch verdoppelt. Konkurrenz im eigenen Haus mache man sich durch das asiatische Werk allerdings nicht, erklärt Bender, dort würden nämlich ausschließlich Produkte für den asiatischen Markt produziert, die man hier nicht produzieren könne. „Hier geht dadurch nichts verloren.“ Weltweit beschäftige man 720 Mitarbeiter, 350 davon im Hauptwerk in Freudenstadt.

Schmids Frage nach Erweiterungsmöglichkeiten verneinte Bender. Am Standort Freudenstadt sei dies nicht möglich, andererseits auch gar nicht erforderlich. Bender kam in dem Zusammenhang auf die Problematik des Führungskräftemangels vor Ort zu sprechen. Immer wieder mache man die Erfahrung, dass fähige Leute von außen zwar gerne bei Bürkle arbeiten würden, letztlich aber – obwohl sonst alles stimme – nicht bereit seien, nach Freudenstadt zu ziehen. „Da ist man sich dann in allen Punkten einig und dann sagt die Ehefrau des Betreffenden, dass sie nicht hierher möchte“, erzählt Bender die immer wiederkehrende Erfahrung. Dabei sei man schon aufgrund der geringen Arbeitslosenquote im Kreis dringend auf Leute von außerhalb angewiesen. Von daher war man offenbar froh, dass man seit 1995 bereits über die Berufsakademie auf eigene Leute setzen konnte – „sonst gebe es uns hier vielleicht schon gar nicht mehr“.

Wie die Prognosen für das kommende Jahr aussehen, wollte Schmid ebenfalls wissen. Man gehe nach derzeitigem Stand von einer Umsatzzunahme in der Größenordnung von 20 Prozent aus, so der Geschäftsführer. Ein großes Plus der Firma, nämlich das sehr gute Betriebsklima, führte schließlich noch Werbeleiter Armin Neubert ins Feld. Viele der Beschäftigten seien langjährig im Betrieb, teilweise über 50 Jahre. Bereits jetzt scheiden nur wenige vor dem 63. Lebensjahr aus, einige arbeiten auch bis zum 65. Geburtstag. „Das Problem, auch die Älteren zu halten, haben wir deshalb nicht.“

Der SPD- Spitzenkandidat zeigte sich beeindruckt ob der technischen Möglichkeiten und Neuheiten, die ihm beim Rundgang gezeigt wurden. Diese reichten von den Maschinen zur Herstellung von mehrlagigen Leiterplatten und Plastikkarten bis hin zu den in Glas verpressten Photovoltaikzellen. Auch eine Digitaldruckanlage für die Oberflächenbeschichtung von Möbeln, Platten oder Parkett ist vor Ort.

Quelle: Monika Schwarz, Neckar- Chronik

 

WebsoziInfo-News

03.07.2026 18:19 Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv
Zum aktuellen Reformpaket der Bundesregierung warnt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Gesundheit der SPD vor negativen Folgen. „Der von der Union durchgesetzte Punkt der Koalitionsausschusseinigung, dass künftig bereits ab dem ersten Tag eine ärztliche Krankschreibung eingeholt werden muss, ist völlig abenteuerlich“, erklärt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) Boris Velter. „Wenn nun… Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv weiterlesen

23.06.2026 19:06 Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission
Reform muss zu spürbaren Verbesserungen gegenüber dem Status quo führen Der Abschlussbericht der Rentenkommission ist eine gute Grundlage für eine umfassende Reform, die wir jetzt gründlich beraten und dann auf den Weg bringen wollen. „Die Kommission hatte die Aufgabe, Vorschläge zu entwickeln, wie insbesondere Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ihren Lebensstandard im Alter sichern… Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission weiterlesen

20.06.2026 12:14 Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag
117 Millionen Menschen auf der Flucht Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, wird daran erinnert, dass Millionen Menschen gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten. Hinter den Zahlen stehen persönliche Geschichten und individuelle Schicksale. „Aktuell sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele Kinder, oftmals ohne die Begleitung… Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag weiterlesen

18.06.2026 12:25 „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“
Rechte Mehrheit im EU-Parlament stellt Vereinbarung für sauberes Wasser infrage Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution zur Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) verabschiedet. Die in der vergangenen Legislatur beschlossene Vereinbarung zur Verbesserung der Wasserqualität sieht Vorschriften für eine durch Unternehmen gestützte Finanzierung der sogenannten 4. Reinigungsstufe vor. An dieser finanziellen Großaufgabe sollen vor allem Kosmetik-… „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“ weiterlesen

18.06.2026 12:16 Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz
Arbeitszeitgesetz: Flexibilisierung ist keine Einbahnstraße Im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass die neue Arbeitszeitregelung keine Ausweitung der Arbeitszeit gegen den Willen der Beschäftigten sein darf, so Annika Klose. „Wir haben im Koalitionsvertrag explizit vereinbart, dass eine solche Reform auch und gerade im Sinne der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgestaltet werden muss. Dass es also auch… Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz weiterlesen

Ein Service von websozis.info

Counter

Besucher:980326
Heute:12
Online:1