Pastor Röcker und Tobias Frommann (v.l.n.r.)
Mitglieder des SPD-Ortsvereins diskutieren mit Vertretern der Methodistischen Kirche
Mitglieder des SPD-Ortsvereins diskutieren mit Vertretern der Methodistischen Kirche
Fast schon traditionell sucht die Freudenstädter SPD in der Adventszeit die Nähe zu einer kirchlichen Einrichtung. Am Freitag trafen sich die Genossen mit Pastor Wilfried Röcker sowie weiteren Mitgliedern der methodistischen Kirche und diskutierten über die Bedeutung des Weihnachtsfestes in der heutigen Zeit.
Während manch andere Veranstaltung am Freitag unter dem schlechten Wetter zu leiden hatte, konnte der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Tobias Frommann durchaus zufrieden sein- gut 40 Personen waren in die Evangelisch-Methodistische Kirche gekommen und dokumentierten damit ihr Interesse am Thema.

Frommann selbst sprach in seinen einleitenden Worten über die Bedeutung und den Ursprung des Weihnachtsfestes. Jeder zehnte Bundesbürger wisse laut einer Stern-Umfrage nichts über die Bedeutung des christlichen Festes, gab er zu Bedenken. Mehr und mehr würde diese Bedeutung auch durch exzessives Konsumverhalten zurückgedrängt. Schon Ende August könne man Weihnachtsartikel kaufen, anstatt einer Zeit der Besinnung gerate man heute bei der Vorbereitung des Festes fast schon in Panik. Weihnachtsdeko, Plätzchen, Gänsebraten und Geschenke- „selten bleibt da Platz für eine ruhige Minute bei schöner Musik und Kerzenschein“, so Frommann.
Gerade die jüngere Generation verbinde mit dem Fest vor allem Ferien, Skifahren und Geschenke. Da diese auch immer kostspieliger würden, verliere sich bei den jungen Leuten zwangsläufig die Fähigkeit, sich über kleinere Dinge zu freuen. „Die Kommerzialisierung macht auch vor dem Weihnachtsfest nicht halt.“ Frommann forderte dazu auf, das Weihnachtsfest wieder als Fest der Familie zu verstehen. Für ihn gehöre in diesem Zusammenhang dazu, sich über Werte , soziale Themen und Nächstenliebe zu unterhalten.

Pastor Wilfried Röcker erinnerte an die Anfänge und Überzeugungen der Evangelich-Methodistischen Kirche. Insbesondere der anglikanische Priester John Wesley habe seinerzeit so deutliche Akzente gesetzt, dass diese bis heute für die Methodisten von Bedeutung seien. Die Überzeugung von der allgemeinen Gnade Gottes- bedingungslos und ohne Vorleistung- gehöre ebenso dazu wie die Ökumene und der missionarische Gedanke. Mehr und mehr habe sich Wesley im Laufe seines Lebens auch der Arbeiterklasse zugewandt- und auf diese Weise die Auseinandersetzung mit anderen Pfarrern jener Zeit heraufbeschworen.

Der Schutz der Arbeiterschaft vor Gefahren und Berufskrankheiten, die Abschaffung der Kinderarbeit und Arbeitszeitverkürzungen- um nur einige Beispiele zu nennen- sind Forderungen, die teilweise auch im Grundsatzprogramm der Sozialdemokraten ihren Niederschlag gefunden haben. Der seinerzeit geforderte „ausreichende Lohn in allen Industriezweigen“ korrespondiere mit der Forderung der SPD nach Mindestlöhnen, wurde festgestellt.

In einer angeregten Diskussion wurden die Gemeinsamkeiten und das Thema des Abends anschließend aufgearbeitet. Zur Auflockerung wurde zwischendurch gemeinsam gesungen- „ die erste Gemeinsamkeit zwischen den SPDlern und den Methodisten“, so Pastor Röcker- und gemeinsam gegessen. In zwangloser Atmosphäre bot sich zwischen den Kirchenleuten und den Sozialdemokraten dabei die Gelegenheit, sich gegenseitig noch besser kennen zu lernen.
(Monika Schwarz, erschienen in Neckar-Chronik 21.12.09)
03.07.2026 18:19 Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv
Zum aktuellen Reformpaket der Bundesregierung warnt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Gesundheit der SPD vor negativen Folgen. „Der von der Union durchgesetzte Punkt der Koalitionsausschusseinigung, dass künftig bereits ab dem ersten Tag eine ärztliche Krankschreibung eingeholt werden muss, ist völlig abenteuerlich“, erklärt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) Boris Velter. „Wenn nun… Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv weiterlesen
23.06.2026 19:06 Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission
Reform muss zu spürbaren Verbesserungen gegenüber dem Status quo führen Der Abschlussbericht der Rentenkommission ist eine gute Grundlage für eine umfassende Reform, die wir jetzt gründlich beraten und dann auf den Weg bringen wollen. „Die Kommission hatte die Aufgabe, Vorschläge zu entwickeln, wie insbesondere Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ihren Lebensstandard im Alter sichern… Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission weiterlesen
20.06.2026 12:14 Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag
117 Millionen Menschen auf der Flucht Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, wird daran erinnert, dass Millionen Menschen gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten. Hinter den Zahlen stehen persönliche Geschichten und individuelle Schicksale. „Aktuell sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele Kinder, oftmals ohne die Begleitung… Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag weiterlesen
18.06.2026 12:25 „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“
Rechte Mehrheit im EU-Parlament stellt Vereinbarung für sauberes Wasser infrage Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution zur Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) verabschiedet. Die in der vergangenen Legislatur beschlossene Vereinbarung zur Verbesserung der Wasserqualität sieht Vorschriften für eine durch Unternehmen gestützte Finanzierung der sogenannten 4. Reinigungsstufe vor. An dieser finanziellen Großaufgabe sollen vor allem Kosmetik-… „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“ weiterlesen
18.06.2026 12:16 Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz
Arbeitszeitgesetz: Flexibilisierung ist keine Einbahnstraße Im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass die neue Arbeitszeitregelung keine Ausweitung der Arbeitszeit gegen den Willen der Beschäftigten sein darf, so Annika Klose. „Wir haben im Koalitionsvertrag explizit vereinbart, dass eine solche Reform auch und gerade im Sinne der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgestaltet werden muss. Dass es also auch… Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz weiterlesen
Ein Service von websozis.info
| Besucher: | 980326 |
| Heute: | 123 |
| Online: | 1 |