SPD OV Freudenstadt - Oberes Wolftal

Leni Breymaier rüttelt Genossen wach

Veranstaltungen

Diskutierten über die Zukunft. Von links Volker Schmitz, Saskia Esken, Gerhard Gaiser, Leni Breymaier, Rainer Ulrich

Designierte SPD-Landesvorsitzende spricht beim Kreisverband der Sozialdemokraten Klartext.

Neun Tage vor ihrer als sicher geltenden Wahl zur neuen Landesvorsitzenden stellte sich Leni Breymaier bei einer öffentlichen Mitgliederversammlung dem SPD-Kreisverband vor. In einer erfrischenden halben Stunde rüttelte sie – wie auch schon anderswo geschehen – die nach der Wahlschlappe im März in Lethargie  erstarrten Genossen wach. Dann nahm sie sich viel Zeit für eine Diskussion, in der es auch um sozialdemokratische Grundwerte ging.

Die grün-schwarze Koalition, so stimmte Kreisvorsitzender Gerhard Gaiser die gut besuchte Versammlung im Freudenstädter Stadthaus ein, bleibe weit hinter den Erwartungen zurück, verwalte das Land, anstatt es zu gestalten. Geheimverträge und Nebenabsprachen seien bar jeglicher Transparenz und Wasser auf den Mühlen der Rechtspopulisten. Die Glorie von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) verblasse.

Leni Breymaier hielt sich nicht lange mit einer Rückschau auf das Wahldesaster im März auf, obwohl sie als langjährige stellvertretende Landesvorsitzende  auch Verantwortung für die „Prügel“ übernehme. Die Gewerkschafterin  stellt sich beim Parteitag am 22. Oktober als einzige Kandidatin der Wahl zur neuen SPD-Landesvorsitzenden: „Mit Sehnsucht nach sozialer Gerechtigkeit. Da habe ich richtig Lust, daran mitzuarbeiten“. Selbst aufgewachsen mit dem Friedensversprechen Europas, wolle sie dazu beitragen, dass diesem Versprechen ein soziales Versprechen hinzugefügt wird. Die SPD sei die Partei der Menschen, die von ihrem Kopf und ihrer Hände Arbeit leben  und nicht von ihren Vermögenswerten;  sie sei die Partei der solidarischen Antworten. Es gelte nun, mit einem neuen Landesvorstand, mit inhaltlicher und struktureller Erneuerung „den Schatz in der SPD zu heben“, durchgängige Politik von Europa bis in die Kommunen „aus einem Guss“ zu machen, glaubwürdig zu sein und Visionen zu entwickeln. Breymaier: „Die SPD will, dass es insgesamt gerechter und ordentlicher zugeht in diesem Land“.

Unter sozialer Gerechtigkeit verstand sie zum Beispiel eine Bürgerversicherung, bezahlbaren  Wohnraum, paritätisch finanzierte gesetzliche Krankenkassen, eine gesicherte Altersversorgung, die machbar und finanzierbar sei oder die Digitalisierung: „Wir müssen der nachfolgenden Generation eine friedliche, gerechte und soziale Welt hinterlassen. Dafür will ich kämpfen“, so Breymaier unter starkem Beifall.

In der Diskussion vertiefte sie einige der Themen, ging vor allem auf Fragen über die soziale Grundhaltung der SPD ein. Diese erachtete auch Bundestagsabgeordnete Saskia Esken als einen Eckpfeiler sozialdemokratischer Politik.

Leni Breymaier  überzeugte bei ihrem couragierten Auftritt in Referat und Diskussion mit starken Worten, schlagfertig, humorvoll, erfrischend und auf den Punkt treffend. Und kam damit bei den Genossen gut an. Saskia Esken freute sich auf die Zusammenarbeit mit ihr, Kreisvorsitzender Gerhard Gaiser fühlte sich nach eigenen Worten plötzlich in der SPD viel wohler und sicherte Breymaier die Unterstützung der Kreis-SPD zu.  Kreisvorstandsmitglied Holger Egger aus Freudenstadt meinte: „Der SPD in Baden-Württemberg kann nichts besseres passieren als eine Landesvorsitzende Leni Breymaier“.

Zitate:

„Ich komme ja auch nicht gerade aus dem Frischefach des Kühlschranks“. (Die 56-ährige Leni Breymaier zum Alterschnitt  in der SPD).

„Schaut bitte immer noch so nett, auch wenn ich mal Blödsinn mache“. Leni Breymaier zur „positiven Grundstimmung“ im Saal.

 

(Fotos & Text mit freundlicher Genehmigung von Hannes Kuhnert)

 
 

WebsoziInfo-News

12.12.2017 14:23 Mit Verantwortung und Visionen nach vorn
Drei Tage intensiver Debatten – kontrovers, inhaltlich stark und durchweg fair: Der Bundesparteitag der SPD stand nach dem schmerzhaften Ergebnis bei der Bundestagswahl und mitten in der Frage nach einer Beteiligung an einer Regierung vor großen Herausforderungen. 600 Delegierte und der Parteivorstand diskutierten in Berlin leidenschaftlich über neue Wege in eine bessere Zukunft – für

12.12.2017 14:13 SPD-Fraktion beschließt Antrag zur Bekämpfung von Steuerdumping
Die SPD-Bundestagsfraktion hat am Montag einen Antrag zur Bekämpfung von unfairem Steuerwettbewerb beschlossen. Mit dem Antrag werden neue Maßnahmen gegen unfairen Steuerwettbewerb innerhalb und außerhalb der Europäischen Union vorgeschlagen. Dabei steht die Verschärfung der Kriterien für unfairen Steuerwettbewerb, die Einführung von Mindeststeuersätzen in der EU und die Stärkung der nationalen Abwehrrechte im Mittelpunkt. Der Antrag

12.12.2017 14:11 Glyphosat – Ausstieg schnellstmöglich und endgültig
Die SPD-Bundestagsfraktion setzt sich für eine nachhaltige Landwirtschaft ein, die aktiv Umwelt-, Natur-, und Tierschutzziele verfolgt. Die Anwendung von Totalherbiziden, wie glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel, trägt eindeutig nicht dazu bei. Deutschland muss aus der Anwendung endgültig aussteigen und den Rückgang der biologischen Vielfalt stoppen. „Die intensive Landbewirtschaftung mit hohem Pestizideinsatz ist die Hauptursache dafür, dass Bienen und

11.12.2017 14:13 Schwangerschaftsabbruch: Ärztinnen und Ärzte nicht kriminalisieren
Der Schwangerschaftsabbruch ist eine medizinische Leistung für Frauen in einer Notlage. Nach einer Entscheidung des Amtsgerichts Gießen ist für die SPD-Bundestagsfraktion aber klar: Der § 219a des Strafgesetzbuches kriminalisiert Ärztinnen und Ärzte, selbst wenn sie nur über die angebotene Leistung Auskunft geben. Die SPD-Fraktion hat deshalb einen Gesetzentwurf erarbeitet, der die Abschaffung dieses Paragrafen vorsieht,

08.12.2017 11:47 Dietmar Nietan zum Schatzmeister wiedergewählt
Dietmar Nietan wurde am 08.12.2017 auf dem Ordentlichen SPD-Bundesparteitag in Berlin zum Schatzmeister der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands wiedergewählt.   Wahlergebnis Dietmar Nietan:   Abgegebene Stimmen 568   davon gültige Stimmen 563   Ja-Stimmen 521 (92,54 %)   Nein-Stimmen 34   Enthaltungen 8

Ein Service von websozis.info

 

Counter

Besucher:980130
Heute:29
Online:1